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Von der Topalihütte zum Schölljoch 4.9. - 6.9.2010

Schwendimann Markus 22.11.2013

Bericht von der Tour zur Topalihütte und auf das Schölljoch

Topali-Treck vom Sa 4.9. bis Mo 6.9.2010

Teilnehmer : Monique und Walti Kämpfer, Reiner und Gaby Linde – Götti und Martin Wäger.

Am Samstag 6.00 h fuhren wir im Auto via Lötschbergtunnel ins sonnige Wallis. Den ersten Kaffee genossen wir in Gampel und erreichten problemlos  die kleine Seilbahnstation Alp Jungu in St. Nikolaus, von den  Einheimischen liebevoll Zaniglas genannt. Zur Weihnachtszeit kleiden die Zaniglaser ihren Kirchturm jeweils als riesigen Nikolaus ein.  Um 9.30 h waren wir noch die ersten Gäste und konnten, da die Bahn nur 4 Fahrgäste zulässt, mit 2 Fahrten auf die Alp Jungu schweben. Unter uns breiteten sich das sonnige Tal und die imposante 4000-Kette mit Dom, Täschhorn und vielen bekannten Gipfeln im schönsten Morgenlicht aus. Der Wegweiser zeigte  klar unser heutiges Ziel die  Topalihütte  via Wasulicke mit 6 h an. In gemächlichem Tempo erreichten wir durch das langgezogene Jungutal die Wasulicke auf 3114 m, den höchsten Punkt unserer heutigen Etappe, die im oberen Teil mit Seilen gesichert ist. Von hier hat man den ersten Blick auf die scheinbar so nahe Topalihütte. Nach ausgiebiger Rast begannen wir den Abstieg und gelangten nach etlichen kleineren Auf und  Abs um ca. 16.30 h zur  ersehnten Topalihütte auf 2680 m. Hier konnten wir nun die kühlen Getränke geniessen bis uns der kühle Wind in die Panoramastube vertrieb. Die kubische Hütte ist aus Holz konstruiert und aussen ganz mit rostfreiem Blech umhüllt. Sie gleicht einem Metallcontainer ist jedoch modern und gemütlich eingerichtet, speziell der grosse Essraum mit seinen bis auf den Boden reichenden Fenstern vermittelt den Eindruck in einem Raumschiff zu sitzen. Obwohl die Hütte voll belegt war wurde das gute Nachtessen vom Hüttenwart Benno und seiner Crew in aller Ruhe serviert. Da wir am Morgen bereits sehr früh gestartet waren gingen wir alle recht früh in unser geräumiges 6-Zimmer und genossen die bequemen Betten.

Sonntag 5.9.2010

Da heute nur die Strecke bis zum Schöllijoch und evtl. zum Inneren  Barrhorn  mit Rückkehr zur Hütte geplant war, starteten wir erst um 8.00 h . Der Weg vom Distulgrat über die erste Erhebung von 3020 m führte uns zum flachen Schölligletscher bis unter das Bollwerk des Schöllijochs.
Diese ca. 60 m hohe brüchige Felsbastion ist mit Seilen und am Beginn mit  einer Metallleiter ausgerüstet. Der schnelle Gletscherschwund hat aber dazu geführt, dass die Leiter einige Meter über dem Eis in der Luft schwebt und den Uebergang an den Fels erschwert.  Ein Hanftau half jedoch über diese    Schwierigkeit hinweg. Monique wollte diese Turnerei nicht mitmachen und liess sich auf einer Felsinsel zur Rast nieder. Wir übrigen Vier kletterten rasch auf das Joch und hatten den weiten Blick ins Turtmanntal und auf die wenig steile Flanke der Barrhörner vor uns. Kein so spektakuläres Gelände wie auf unserer Seite. Der kalte Wind im Joch liess uns bald wieder zu unserer Kameradin absteigen. Den Gletscher überquerend suchten wir ein warmes Plätzchen für die Mittagsrast. Gestärkt erreichten wir am frühen Nachmittag, bei zeitweilig böigen Winden, wieder die Hütte. Heute hatten wir sie fast allein für uns und genügend Zeit für allerlei Unterhaltung.

Montag 6.9.2010

Entgegen dem ursprünglichen Plan von der Turtmannhütte über den Augstbordpass zur Alp Jungu und nach St. Niklaus zurückzukehren, hatten wir uns in Anbetracht dieser langen Etappe von 19 km berei ts entschieden den Topalihüttenweg direkt ins Tal zu nehmen.  So konnten wir gemächlich die 1500 m Abstieg über die linke Variante unter die Sohlen nehmen. Der Weg führt gut gestuft über freie Gras-Terrassen durch Nadelwald nach St. Niklaus hinunter. Schwarznasenschafe, viele Pilzsorten und ein Jungsteinbockpaar liessen uns immer wieder halten und staunen. Gegen 11.30 h gelangten wir, froh endlich die Schuhe ausziehen zu können,  zur Talstation zurück. Nach dem Erfrischen im WC  fuhren wir nach Grächen hinauf. Hier auf dem Dorfplatz wurden im Hotelgarten des Walliserhofes Hunger und Durst gestillt. Der Wettergott meinte es trotz schlechterer Meteo-Prognose immer noch gut mit uns und liess nochmals die Sonne kräftig scheinen. Bald meldete sich jedoch das Heimweh und wir fuhren die altbekannte Strecke nach Basel zurück. Herzlichen Dank an die Tourenleiter Gaby (Organisation) und Martin (Bergtechnik) für die drei schönen Tage.

Reiner