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Tourenbericht vom Prättigauer Höhenweg

Schwendimann Markus 22.11.2013

Tourenbericht vom Prättigauer Höhenweg

Prättigauer Höhenweg Teil Klosters-Madrisa – Fürggli - St. Antönien, anderntags St. Antönien – Salfsch – Schiers

 

Datum:                  19. / 20. Juni 2010

Teilnehmer:           Karin Amsler, Francis Gogniat, Walti Lenz (Leitung & Bericht), Ueli Marti, Kurt Poetsch, Heinz Steiner

 Geplant wurde die Tour durch Werni Amsler, der durch eine Knie-OP leider ausfiel!
Die Wetterprognosen waren denkbar schlecht (Dauerregen und sogar Schnee!) und trotzdem traf man sich um 6 Uhr in Birsfelden. Wir fuhren in 2 Autos ins Prättigau, eines wurde in Schiers deponiert, das andere bei der Madrisabahn. Um 10 Uhr stiegen wir auf Madrisa (1884m) aus der Bahn und machten erst mal Halt im Restaurant, das wir ganz alleine für uns hatten, kein Wunder bei diesem Sauwetter!

Die Aussicht war Null, die Sichtweite zwischen 50 und 200m, es regnete leicht aber dauerhaft. Andere Wanderer suchten wir vergeblich!

Der gut markierte Wanderweg führte uns durch wunderbare Blumenwiesen via Mässplatte (mit vielen Auf’s und Ab’s) nach Zastia (1896m), einem kleinen Weiler, wo wir unter einem kleinen Vordach Schutz vor dem Regen suchten, die dort anwesenden Rinder machten es uns später nach.

Von Zastia ging’s aufwärts bis zum Fürggli (2255m), dem Übergang zur Aschariner Alp. Unterwegs konnten wir zumindest an einer Orientierungstafel sehen, was eigentlich zu sehen gewesen wäre! Auch hier überall schöne Blumenwiesen.

Um die Mittagszeit waren wir beim Fürggli, da konnten wir natürlich nicht widerstehen und nahmen gerade noch das Jägglisch Horn (2290m) mit. Beim anschliessenden Abstieg zur Alp konnten wir z.T. auf Schneefeldern abrutschen. Bei der Alp (2003m) fanden wir einen offenen Raum wo wir unser Mittagsmahl einnahmen.

Jetzt fanden wir den Weiterweg in Form einer neu erstellten Betonstrasse. Unterwegs hatte es sogar Trottinetts, die man hätte mieten können für die Abfahrt ins Tal, aber das geht wohl nicht so gut mit Regenschirm…

Gegen 4 Uhr erreichten wir das Gasthaus Bellawiese (1460m) in Mittel Ascharina, die Wirtin Anne-Marie Overvoorde hiess uns willkommen, zeigte uns den Heinzraum wo wir alles Nasse zum Trocknen hängen, legen, stellen konnten und wir bezogen unsere Suite, äxgüsi, natürlich unser Massenlager. Das Bellawiese kannten wir bereits von der GV her im Januar.

Wir waren die einzigen Übernachtungsgäste (einige hatten bereits wegen des Wetters abgesagt!), einzig einige Einheimische tranken dort ihr Feierabendbierlein.

Den ganzen Tag hatten wir die Schirme offen, im Gipfelbereich wechselte der Regen sogar in Schnee.

Das Nachtessen war gut und überaus grosszügig (Curry-Suppe, gemischter Salat, Rauchbraten mit Kartoffelgratin und zum Dessert Eis). Um 21 Uhr wurde bereits geschnarchelt…

Der Sonntag machte seinem Namen überhaupt keine Ehre, es regnete immer noch und kaum 100m über uns war es bereits weiss. Um 9 Uhr waren wir, nach einem ausgiebigen Morgenbuffet, bereits wieder unterwegs, gingen runter nach St. Antönien Platz und auf der anderen Talseite hoch über Bord, Sagen nach Aschüel. Dort begann die recht anspruchsvolle Sumpfwanderung bei Schneegestöber. Die Kühe hatten gute Vorarbeit geleistet, der Regen und Schnee machten den Rest; aber wir schafften die nasse und glitschige Zone, mehr als 1 Km, ohne grosse Sondereinlagen. Die neue Chleibach-Hängebrücke war das nächste highlight, mehrere Jahre war der Übergang nicht möglich da die alte Brücke weggerissen wurde. Nach weiteren 2.5 Km auf z.T. engen, rutschigen Weglein kamen wir nach Salfsch (1288m). Hier fanden wir Unterschlupf in einem offenen Schopf und verzehrten unser Mitgebrachtes. Von hier an waren wir wieder im Bereich einer Fahrstrasse auf der wir zu Tale wanderten, zuerst dem Grossbach, später dem Schraubach entlang. Die verrumpfelte Geologie und der tobende Bach waren faszinierende, lebendige Natur. Bei der Abzweigung zum Rundweg Salginatobelbrücke sahen wir tatsächlich wieder Menschen…., vorher waren wir allein mit uns, dem Regen, Schnee und Nebel!

Der Schraubach fliesst direkt nach Schiers hinein, wir gehen zum Bahnhof und dort in die „come back Bar“ und genossen das Sitzen im Trockenen, froh, dass wir heil durchgekommen sind.

Während Karin, Francis, Ueli und Kurt nach Hause fuhren, erwartete Heinz und den Schreibenden noch eine Zusatzaufgabe: Materialtransport, je 20Kg, zur Fergenhütte mit anschliessender Übernachtung.

 

Statistik: Beide Tage je ca. 5 Stunden heikles bis sportliches Wandern, 1. Tag 560m aufwärts und 1030m abwärts, 2. Tag 300m aufwärts und 1060m abwärts, und das alles bei Regen, Schnee und Nebel!

 
Walti