, Erika

Tourenbericht Sidelenhorn 23. / 24.07.2022

Am Samstag den 23.7. brachen wir um 13 Uhr auf, um zu fünft Richtung Sidelenhorn zu fahren. Eine «Campingtour» war angesagt, das interessierte auch mich. Bei Isabelle lehnte ich steigeisenfeste Bergschuhe aus...

Am Samstag den 23.7. brachen wir um 13 Uhr auf, um zu fünft Richtung Sidelenhorn zu fahren. Eine «Campingtour» war angesagt, das interessierte auch mich. Bei Isabelle lehnte ich steigeisenfeste Bergschuhe aus, dazu Pickel und Steigeisen. Dies zeigt, dass ich nicht oft Hochtouren mitmache. Isabelle fragte mich, ob ich wirklich mit den vier Männern mitgehen wolle? Ja, das wollte ich, mit dem Wissen, dass ich diese Hochtour eventuell gar nicht schaffe. Aber es war mir eine grosse Ehre, dass sie mich überhaupt mitnahmen, bin ich doch glatt 14 Jahre älter als sie.

Wir nahmen die sehr schöne Route über den Grimsel, fanden dann eine ideale Campingstelle an einem Bach etwas weg von der Strasse. René kochte Reis, wir haben Würste auf dem Grill gebraten. Schlafen konnten René, Daniel und ich Erika im Camper, Martin und Lukas unter dem Vordach im Trockenen. Mit so viel Komfort hatte ich nicht gerechnet, danke René!

Um 5 Uhr holte uns der Wecker aus dem Schlaf, es gab Zmorge im Camper. Um 6 marschierten wir los entlang der Moräne des leider dahinschwindenden Rhonegletschers. Etwas überraschend endete der Weg an einer Steinplatte, die zu überqueren zu gefährlich war. Wir fanden trotzdem eine Möglichkeit, einem kleinen Bach folgend rechts der Platte entlang hochzusteigen und schafften es so, zum ebenfalls stark schwindenden Gletscherrest unterhalb des Sidelenhorns zu gelangen.

Der steile Aufstieg, teilweise eine halbe Kletterei und mein zu schwerer Rucksack hinterliessen Spuren in meinen Oberschenkeln, so dass ich deutlich vor dem Sidelenhorngletscher einen interessanten Felsvorsprung als Ziel nahm. Er gleicht den «Lion-King-Felsen» und schien mir ein traumhafter Ort, um auf die unternehmungslustigen Männer zu warten.

Diese zogen also allein weiter Richtung Gletscher. So kamen ihre Steigeisen doch noch zum Einsatz. Leider mussten René, Martin, Lukas und Daniel aber feststellen, dass der Gletscher so weit zurückgeschmolzen ist, dass ein Zugang zum Einstieg aufs Sidelenhorn mit viel losem Geröll unmöglich und viel zu gefährlich war. So waren sie dann nach gut zwei Stunden etwas enttäuscht wieder bei mir unten. 

Wir querten viele Geröllzüge mit anspruchsvollem Gelände und gelangten dann auf die Trampelpfade oberhalb der Kletterrouten. Schon einiges vor dem Erreichen dieser einfacheren Wege stolperte ich über die Sohle des rechten Schuhs, den ich von Isabelle entliehen hatte.

Kein Problem, wir banden die herunterhängende Sohlenspitze mit einer kräftigen Schnur fest. Aber kaum auf dem Trampelpfad angelangt, löste ich auch der Hinterteil des linken Schuhs. Etwas später war dann die ganze Sohle links weg. Dank weiteren starken Anbindevorrichtungen hielten schlussendlich beide Sohlen bis zum Auto.

Sorry, Isabelle, das war vielleicht die letzte Hochtour deiner Schuhe!  Wir machten dafür lustige Aufnahmen der «etwas speziellen» Schuhe. 

Wiederum hatten wir ein sehr schönes Erlebnis zusammen, ich freue mich immer riesig auf die Touren des SAC Prättigau und meine SAC-Kollegen und Kolleginnen.
Bis zur nächsten Tour
Erika